CALIFORNIA DREAMING | solo traveller and wanderlust

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“Du bist ganz schön mutig, als Frau alleine zu verreisen!”

Den Spruch habe ich im letzten Jahr nicht nur ein Mal gehört. Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, nach dem Bachelor alleine zu verreisen. Alleine zu verreisen ist Teil meiner Bucket List und ich wollte diese Erfahrung unbedingt mitnehmen. Mein Reiseziel war schnell gefunden – Kalifornien und Nevada mit einem anschließenden Abstecher nach New York. In den USA war ich vorher schon ein Mal, da ich Familie an der Ostküste habe. Bei meiner Familie kam der Plan erst nur so semi gut an und auch in meinem Umfeld machten sich Bedenken breit, besonders wenn man als Frau alleine auf Reisen gehen will. Aber es gab auch Unterstützung – meine Oma war von Anfang an begeistert und hat die Chance gesehen und Jeder, der schon Mal alleine gereist ist, kennt das Gefühl. Und tatsächlich sind mehr Leute alleine unterwegs, als man so denkt.

Heute möchte ich Euch gerne von meinen Erfahrungen und Tipps und Tricks berichten. Schon einmal vorab – die Reise war es absolut wert und hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt.

Plane nicht zu viel und lass dich treiben!

Im August letzten Jahres habe ich mich entschieden, die Reise zu machen, bevor ich ins Arbeitsleben starte und saß vier Wochen später schon im Flieger Richtung San Francisco. Ich habe mich relativ schnell dafür entschieden, von Hamburg nach San Francisco, von LA nach New York und von dort aus nach Hause zu fliegen. Die Flüge waren Ruck Zuck gebucht und es ging an die Routenplanung: San Francisco – Muir Woods – Lake Tahoe – Yosemite – Monterey – Pismo Beach – San Diego – LA. Für die Städte habe ich mir jeweils Hostels im Vorfeld gebucht, den Rest habe ich flexibel gelassen, da ich mich unbedingt treiben lassen wollte und offen für mein Umfeld sein wollte. Insgesamt war ich knapp 3 Wochen unterwegs und habe fast 2000 km mit dem Leihwagen gefahren.

Du wirst Freunde fürs Leben finden!

Obwohl man alleine unterwegs ist, man ist nie wirklich alleine. Und man lernt sich selbst  von einer komplett neuen Seite kennen. Ich habe zum Glück kein Problem auf neue Leute zu zu gehen, wobei das ganz von alleine passiert. In den Hostels ist es super einfach Kontakte zu knüpfen, ob nun mit den “Mitbewohnern”, im Gesellschaftsraum oder bei gemeinsamen Aktivitäten. In San Francisco habe ich noch viel Zeit mit Deutschen verbracht (eher unfreiwillig – die Gäste sprachen gefühlt zu 3/4 Deutsch), in San Diego habe ich bei Pub Crawl vom Hostel zwei Engländer kennengelernt, mit denen ich noch einige Tage in LA verbracht habe. Und nach und nach wurden es immer mehr Leute – und es sind wirkliche Freundschaften entstanden, die immer noch halten.

Alleine sein kann auch wirklich schön sein!

Ich bin ein Rudeltier! Was soll ich sagen, ich liebe es, viele Menschen um mich zu haben. Aber auf dieser Reise habe ich festgestellt, wie schön alleine sein sein kann. Ich habe mich zu sehr wie Ich gefühlt wie nie zuvor. Zu Hause hat man seinen Alltagstrott, sein Lieblingscafé und Freunde, mit denen man jedes Wochenende verbringt. Natürlich bin das auch Ich – aber man macht doch nie einfach nur das, was man selbst möchte. Ich habe mich wieder mit mir selbst verbunden, war viel alleine wandern, habe gelesen und nachgedacht. Und irgendwie kam meine wilde, kreative und abenteuerliche Seite zum Vorschein, die ich irgendwie komplett vergessen hatte.

Springe über deinen Schatten und frage nach Hilfe!

Das Motto trifft für so viele Bereiche zu – denn zu wirst Hilfe benötigen. Das erste Mal tanken hat mich fast zur Verzweiflung gebracht, ich wollte es unbedingt alleine schaffen und hatte mich auch vorbereitet, wäre da nicht meine Kreditkarte mit PIN gewesen, die in den Staaten niemand kennt. Also musste ich mich überwinden und nach Hilfe fragen, was aber auch wirklich halb so schlimm war. Und auch das Thema der Maut in LA konnte ich schnell klären und keine Sorge, die kennen Touristen und waren immer super nett.

Bekannte trifft man überall!

Funny story – ich habe auf dem Glacier Point im Yosemite ein paar deutsche Jungs getroffen und nach einem Foto gefragt (einer der wenigen Nachteile vom alleine Reisen). Naja, es stellte sich raus, dass die Jungs auch aus Hamburg kommen und einer von denen kannte mich, wir hätten mal ein Date gehabt. Nachdem ich das 5 Minuten abgestritten hatte und mich auf den Weg zurück zum Auto machte, fiel es mir wieder ein. Er hatte Recht, wir haben mal einen Kaffee zusammen getrunken, als ich ganz neu in Hamburg war. Tja, Bekannte trifft man überall, ob man nun will oder nicht.

I regret spending money on that life-changing solo trip! Said no one ever!

Dieser Tripp hat alles auf den Kopf gestellt. Ich habe eine Seite an mir kennengelernt, die ich lange unterdrückt oder einfach nicht wahrgenommen habe. Seitdem brennt dieses Feuer in mir, mein Fernweh ist kaum zu stillen. Und während dieser Reise hat sich auch mein Wunsch breit gemacht, den Master im Ausland zu machen. Hamburg war gefühlt auf ein mal nicht mehr groß genug und ich wollte mehr. Und als ich dann auch noch Carina kennengelernt habe, war es um mich geschehen, mein Ziel stand fest, es wird London. Carina hat zu dem Zeitpunkt noch in London gelebt und hat mir nach einigen Gläsern Wein in einer Bar in Venice gesagt: “Mäuschen, du wirst eines Tages in London leben. Das weiß ich genau”. Oh Carina, wie Recht zu doch hattest.

Lieblingsorte!

Zum Schluss will ich Euch natürlich meine Lieblingsorte nicht verschweigen.

San Francisco:

  • Baker Beach: wundervoller Blick auf den Pazifik und ein toller Wanderweg – die Kulisse ist der Hammer
  • Barrel Head Brewhouse: uriges amerikanisches Brauhaus mit ewig vielen Biersorten und Sportprogramm auf den Bildschirmen
  • Muir Woods: Gigantische Mammutbäume in einem Naturschutzgebiet außerhalb von San Francisco

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alt="Baker Beach"

alt="Baker Beach"

 

Yosemite:

  • Glacier Point: die Aussicht auf den Half Dome ist gigantisch und macht die lange Wartezeit locker wieder wett

alt="Yosemite"

alt="Glacier Point"

Highway 1:

  • Monterey: wunderschönes Fischerdorf am Pazifik mit vielen kleinen Lädchen und Cafés
  • Point Lobos State Reserve: die schönsten Buchten mit Blick auf Seelöwen und kristallblauem Wasser
  • Big Sur: mein Highlight des Highway 1 mit Pfeiffer Beach und Bixby Creek Bridge. Leider im Moment gesperrt, aber auf jeden Fall einen Besuch wert!
  • Pismo Beach: Liebe auf den ersten Blick! Wundervolle Atmosphäre, Surfer am Stand und ein Pier zum Sonnenuntergang genießen

alt="Point Lobos"  alt="Pismo Beach"

San Diego:

  • Taco Tuesday: Dienstag gibts in eigentlich allen mexikanischen Restaurants Tacos für einen Dollar, sehr zu empfehlen
  • Rooftop Terrace vom Hilton Hotel Gaslamp Quarter: Wundervoller Blick über die Stadt und direkt ins Stadion der Yankees. So habe ich mein erstes Baseball Spiel geschaut

Los Angeles:

  • Santa Monica Pier/Santa Monica Boulevard: der Klassiker in Santa Monica, und es ist es wert. Der Flair ist super international, überall Straßenkünstler und der Sonnenuntergang ist bombastisch
  • The Bungelow: Die mit Abstand beste Partynacht meines Lebens. In Abercrombie & Fitch Kulisse und krassen DJ, direkt am Strand. Mehr kann man sich wirklich nicht wünschen.

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Habt Ihr Erfahrungen mit dem alleine Reisen und was sind Eure Lieblingsorte in Kalifornien?

6 Replies to “CALIFORNIA DREAMING | solo traveller and wanderlust”

  1. I can not wait to go to States <3

    Carmelatte

  2. Erst mal ein Riesenkompliment, toll was Du da auf die Beine gestellt hast.
    Jetzt kenne ich schon einige Mädels , die alleine auf Reisen gegangen sind.
    Ich würde mich glaube ich aber nicht so recht trauen.
    Alles Liebe
    Sassi

  3. Liebes,
    Dein Post kommt absolut zur perfekten Zeit für mich! In 6 Wochen ist es soweit und es geht für mich nach Kalifornien, zum zweiten Mal, aber ich bekomme einfach nicht genug. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich das erste Mal tanken musste und nicht wusste, ob ich Diesel oder Benzin brauchte, das stand auch nirgendwo 😉
    Eine Reise nach Kalifornien ist wirklich eine wundervolle und einzigartige Erfahrung und ich bin mir sicher, dasss wenn man dorthin alleine reist, die Eindrücke einfach noch umwerfender und unvergesslicher sind!
    Hut ab für Deinen Mut!

    xo Rebecca
    http://pineapplesandpumps.com/

  4. Wunderschön und wirklich erlebnisreich. Meine Liebe ich bin ganz baff, ich würde mich das tatsächlich niemals trauen, alleine auf den anderen Kontinent zu reisen um dort einen Roadtrip zu machen. NIEMALS. Ich war schon 4 mal dort und weiß genau, dass ich alleine verloren wäre. Vielleicht aber auch nicht, wie du selbst sagst, lernt man sich von einer anderen Seite kennen. Aber was soll ich sagen, ich bin ein Hosenschisser. Daher muss ich dir meinen allergrößten Respekt aussprechen. Übrigens kenne ich alle deine Orte genauestens. In San Diego habe ich meinen Heiratsantrag bekommen 🙂 Nun sind wir schon 2 Jahre verheiratet. Hab einen schönen Wochenstart. XOXO Julia http://fashionblonde.de

  5. Ich finde es auch total mutig. Ich glaube, dass es echt von Person zu Person unterschiedlich ist. Ich bin auch mal alleine verreist, habe dann aber gemerkt, dass das nicht meins ist.

    Liebste Grüße, Berna von paapatya’blog

  6. Wieder sehr interessanter Artikel, den ich immer gerne alle Artikel bekomme. Danke für diesen großen Artikel

    Mein Blog – http://www.fragmich.org

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